Kategorie: Geschichte

Tag der Radio-Werbung

No Comments
Das Bild zeigt eine klassische Radioszene im Vintage-Stil.

Hallo. Heute (28.08.2025) ist ‚Tag der Radio-Werbung‘. Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.

„Jetzt live – und nur für kurze Zeit!“ Radiowerbung hat ihren ganz eigenen Charme. Zwischen Wetterbericht und Verkehrsmeldung taucht plötzlich ein euphorischer Moderator auf, der mit Inbrunst ein Produkt bewirbt, das wir vorher nicht kannten – und danach auch nicht unbedingt brauchen. Aber irgendwie… klingt es verlockend.

In Zeiten von Streaming und Adblockern wirkt Radiowerbung fast nostalgisch. Sie ist direkt, persönlich und manchmal herrlich übertrieben. Der Sprecher kennt keine Zurückhaltung: „Dieses revolutionäre Produkt – nennen wir es einfach Brand – wird Ihr Leben verändern!“ Natürlich ohne konkrete Angaben, aber mit viel Gefühl.

Was macht Werbung im Radio so besonders?

  • 🎙️ Stimme statt Bild: Die Fantasie übernimmt die Regie.
  • ⏱️ Kurz und knackig: In wenigen Sekunden muss alles sitzen.
  • 😄 Humor erlaubt: Ein bisschen Ironie schadet nie – solange die Botschaft hängen bleibt.

Ob man nun beim Frühstück zuhört oder im Stau steht – Radiowerbung erreicht uns dort, wo wir gerade sind. Und manchmal bleibt ein Jingle oder ein flotter Spruch länger im Kopf als uns lieb ist.

📻 Ein Blick zurück: Als Werbung das Radio eroberte

Die Geschichte der Radiowerbung beginnt fast gleichzeitig mit dem Radio selbst. In den 1920er Jahren, als die ersten Rundfunksender in den USA auf Sendung gingen, war Werbung zunächst verpönt. Man wollte das neue Medium nicht mit kommerziellen Botschaften „verunreinigen“. Doch wie so oft siegte die Realität über die Idealvorstellung – und die Sender brauchten Einnahmen.

Schon bald hörte man zwischen Musik und Nachrichten Sätze wie: „Dieses Produkt wird Ihnen das Leben erleichtern – garantiert!“ Natürlich ohne Belege, aber mit viel Charme und Überzeugungskraft.

In Deutschland dauerte es etwas länger, bis Radiowerbung Fuß fasste. Erst in den 1950er Jahren, mit dem Aufkommen des kommerziellen Rundfunks, wurde Werbung im Radio alltäglich. Die Spots waren oft live gesprochen, manchmal sogar gesungen – und nicht selten ein kleines Kunstwerk für sich.

Ein Klassiker aus dieser Zeit:

„Greifen Sie zu – denn wer zuerst hört, kauft zuerst!“ Ein Satz, der heute fast schon poetisch wirkt.

🎙️ Vom Jingle zur Stimme der Marke

In den 1970er und 80er Jahren wurde Radiowerbung professioneller. Jingles, Soundeffekte und bekannte Sprecher prägten das Klangbild. Marken begannen, ihre Identität über Stimmen zu formen – ein Trend, der bis heute anhält.

Und obwohl heute Podcasts, Streamingdienste und Social Media die Werbewelt dominieren, hat Radiowerbung ihren Platz behauptet. Warum? Weil sie direkt ins Ohr geht. Ohne Ablenkung. Ohne Scrollen….

Das soll erst mal für heute genug Text sein. Ich glaube, ich werde einen weiteren Blog-Beitrag zu diesem Thema machen mit Ausblick auf die Zukunft der Radiowerbung. KI-gestützte Audio-Spots, personalisierte Werbung im Podcast, oder wie sich die Stimme als Markenbotschafter weiterentwickelt sind spannende Gedanken.

Passend zu diesem Blogthema weise ich auch auf meine Seite ‚Werbung‚ hin. Dort habe ich nähere Informationen zur Werbung bei meinen beiden Webradios Radio-Tempore und Mixx21.

Ich hoffe, es war interessant. Bis zum nächsten Blog.

Dein Plattenaufleger Karl-Heinz

Nichts als Blues – Programminfo

No Comments
Illustration zum Blog 'Nichts als Blues'

Heute möchte ich Dich auf ein neues Programm-Angebot bei Mixx21 aufmerksam machen: Zukünftig wird sich am Samstag, 17:00 Uhr die neue Sendung ‚Nichts als Blues‘ abwechseln mit der bisher wöchentlich gesendeten Sendung ‚Klassiker der Rock-/Pop Gitarre‘. Damit kommt noch etwas mehr Mischung in mein Programm. Du musst kein Blues-Kenner sein. Ich mische einfach Titel zusammen, die leicht zu hören sind. Ich freu mich, wenn Du einschaltest.

Ein wenig Hintergrundinformation zur Blues-Musik kommt jetzt.

Die Geschichte der Blues-Musik

Der Blues ist eine eigenständige Form afroamerikanischer US-Folklore, und ist nicht – wie man vermuten könnte – aus den Gospels entstanden. Er enthält Elemente aus der afrikanischen, europäischen und karibischen Musik.

Entstanden ist der Blues bereits Ende des 19. Jahrhundert im Süden der USA. Er entwickelte sich aus den afrikanischen Musiktraditionen der Sklaven, die nach Amerika gebracht wurden. Nicht selten klagten die Texte über die Nöte der Arbeiter in den Südstaaten.

Deshalb ist die Bezeichnung ‚Blues‘ auch auf das englische Wort ‚blue‘für traurig, betrübt zurückzuführen.

(c) wikipedia.de

Bluesmusik entwickelte sich mit den Jahren weiter. In den 1920er und 1930er Jahren spezialisierte sich diese Musikrichtung. Zu dieser Zeit sprangen auch die Plattenfirmen auf den Trend auf. Mitte der 1940er Jahre begann der ‚elektrische Blues‘und löste den vorher akustischen Blues fast vollständig ab. Die Musik wurde im Radio gespielt. Es gab immer speziellere Musikrichtungen und Weiterentwicklungen. So entwickelte sich aus der rauen Blues-Form ‚Honky Tonk‘ zum Beispiel der Rock’n’Roll (!!).

(c) wikipedia – Canned Heat

Schließlich wurde in den 1960er Jahren die Bluesmusik auch für weiße Musiker interessant. Viele Rockbands nahmen den Blues als Basis für ihre Musik. So entstand der ‚Bluesrock‘. Typische Vertreter dieser Richtung waren z.B. Canned Heat, The Doors, Jimi Hendrix, Eric Clapton, Led Zeppelin oder The Rolling Stones.

In Deutschland machten Anfang der 1970er Jahre Bands wie z.B. die Al Jones Bluesband, Frankfurt City Blues Band, Mojo Blues Band oder die Blues Company den Blues populär. Auch in deutscher Sprache wurde ‚gebluest‘: Die Band ‚Das dritte Ohr‘sang ausschließlich deutsche Texte.

(c) wikipedia – Ana Popovic

Und da, wo alles seinen Anfang hat – in den USA – wurde der Blues in der Popmusik längst von anderen Stilen abgelöst: Soul, Hip-Hop, R’n’B. Es gibt aber Künstler, die den Blues in ihrer Arbeit weiter nutzen. Beispielsweise nenne ich Ana Popovic, Eric Clapton, Bonnie Raitt, Joe Bonamassa.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag in meinem Blog etwas Informatives für Dich dabei hatte. Und vielleicht hörst Du ja mal in die Radiosendung zu diesem Beitrag bei Mixx21 rein:

Samstag (alle 2 Wochen) – von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr –

Also, ich bin da! Doch nun: Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Blog!

Dein Plattenaufleger Karl-Heinz

ESC 2024

No Comments
Eurovision Song Contest

Am 07., 09. und 11. Mai 2024 findet wieder eines der ganz großen Musikwettbewerbe statt: Der 68.(!!) ESC in Malmö (Schweden). Für Deutschland tritt dieses Mal an: Isaak mit ‚Always on the run‚. Der Titel läuft seit einigen Wochen in meinen beiden Webradios. Mal sehen, wie der Song international bewertet wird. Ich drücke die Daumen!

Jetzt ist ein guter Moment, um einmal an die Entwicklung dieser Veranstaltung zu denken. Also los:

Der erste Eurovision Song Contest (ESC), ursprünglich bekannt als Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne, fand 1956 in Lugano, Schweiz statt. Damals nahmen nur sieben Länder teil: die Niederlande, die Schweiz, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Luxemburg. Der Wettbewerb wurde hauptsächlich im Radio übertragen, da das Fernsehen noch nicht vielen Menschen zugänglich war. Seitdem hat sich der ESC zu einem der größten Musikwettbewerbe der Welt entwickelt und erreicht jedes Jahr mehr als 180 Millionen Zuschauer.

Die Idee zum ESC

Die Idee zu dem Wettstreit hatte damals der Vorsitzende der Programmkommission der EBU ( European Broadcast Union) Marcel Bezençon.

Damit sollte der Zusammenhalt zwischen den europäischen Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg gestärkt werden. „Der Wettbewerb sollte dazu beitragen, die kulturellen Unterschiede zu überbrücken und die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Ländern und somit auch den Frieden zu fördern“, schreibt ‚master-music.de‚ in einem Blogbeitrag. Als Vorbild diente das bereits seit 1951 stattfindende, größte Musikereignis Italiens: Das San Remo Festival.

Der Vorsitzende der Programmkommission der EBU ( European Broadcast Union) Marcel Bezençon. (c) wikipedia (en)

Erinnert Ihr Euch noch, welche Titel in der Vergangenheit als Sieger hervorgingen? Prominentester Titel ist bestimmt ‚Waterloo‚ von ABBA. Das ist jetzt genau 50 Jahre her (1974). Oder ‚Merci Chérie‚ von Udo Jürgens (1966). Oder ‚Ein bisschen Frieden‚ von Nicole (1982) oder, oder….

Die Gewinner von Anfang bis heute

Lys Assia aus der Schweiz gewann den ersten ESC. (c) wikipedia(en)

Lys Assia aus der Schweiz gewann den ersten ESC mit dem Lied „Refrain“. Es war ein historischer Moment, der den Beginn eines der größten Musikwettbewerbe der Welt markierte.

Vielleicht möchtet Ihr Euch ja mal eine Zusammenstellung aller Gewinner ansehen? Auf der Seite eurovision.de der ARD sind alle Gewinner nach Jahreszahlen aufgelistet. Außerdem gibt es da auch Links, die zu umfassenden Informationen führen. Das ist sehr ausführlich und so umfangreich, dass ich es in meinem Blog hier nur verlinke, weil dieser Beitrag nicht so lang werden soll.

Weltstars beim ESC

Heute scheint es so zu sein, dass das Lied für das Land möglichst spektakulär vorgestellt werden soll. Das war nicht immer so: In den Anfangsjahren des ESC war nicht die Show, sondern das Lied und die Qualität wichtig. Um aufzufallen, wurden oft Stars der Popmusik als Sängerinnen und Sänger ausgewählt. So traten viele namhafte Stars auf: Bonnie Tyler, Celine Dion, Nana Mouskouri, Cliff Richard, Vicky Leandros, Julio Iglesias … Für viele Interpreten war dieser Wettbewerb Sprungbrett zu einer großen Karriere. Das gilt nicht nur für Abba, Patricia Kaas, Nicole, Conchita. Auch ein Pausenfüller von 1994 erlangte Weltruhm: die irische Folklore-Gruppe Riverdance.

Die kulturelle Anpassung des ESC

  1. Musikalische Vielfalt:
    • In den frühen Jahren des ESC dominierten Schlager und traditionelle Lieder. Mit der Zeit öffnete sich der Wettbewerb jedoch für eine breitere musikalische Palette.
    • PopRockRapEthno-MusikElektropop und andere Genres fanden ihren Weg auf die ESC-Bühne.
  2. Gesellschaftliche Veränderungen:
    • Der ESC spiegelte die sozialen und politischen Entwicklungen in Europa wider. In den 1960er Jahren symbolisierte er die zunehmende Liberalisierung und den kulturellen Wandel.
    • In den 1970er Jahren wurde der ESC zu einem echten Pop-Phänomen. Künstler wie ABBA und ihre Hits veränderten die Musiklandschaft.
  3. Sprachenvielfalt:
    • Früher wurden die meisten ESC-Beiträge in der Landessprache gesungen. In den letzten Jahrzehnten hat sich dies geändert, und viele Künstler wählen Englisch als ihre Sprache für den Wettbewerb.
  4. Bühnenshows und Inszenierung:
    • Die Inszenierung der Auftritte wurde immer wichtiger. Künstler nutzen aufwändige BühneneffekteKostüme und Choreografien, um die Zuschauer zu beeindrucken.
  5. LGBTQ±Repräsentation:
    • Der ESC hat eine lange Tradition der LGBTQ±Repräsentation. Viele Künstler haben ihre sexuelle Identität offen gelebt und damit zur Akzeptanz beigetragen.
  6. Kontroverse und politische Botschaften:
    • Einige ESC-Beiträge waren politisch aufgeladen und haben Kontroversen ausgelöst. Zum Beispiel der Sieg von Conchita Wurst (Österreich) im Jahr 2014.

Insgesamt ist der ESC ein faszinierendes Fenster in die europäische Kultur und Musikgeschichte, das sich ständig weiterentwickelt und anpasst. Sofern den Veranstaltern nicht das Geld ausgeht, sieht die Zukunft für diesen ESC positiv aus.

So, das soll reichen. Wenn ich mal ans Plaudern komme… . Vielen Dank für das Lesen und bis zum nächsten Blog.

Euer DJ

Categories: Allgemeines Geschichte

Tags:

Die Geschichte des Webradios

No Comments

Heute beginne ich mit einer Serie von Blogbeiträgen zur Geschichte von dem Radio und den Tonträgern Schallplatte, Kassette usw. Natürlich geht es als erstes um das Webradio in dieser neuen Kategorie:

Was ist ein Webradio

Kurz gesagt: Webradio, auch Internetradio oder Online-Radio genannt, ist so eine Art der Rundfunkübertragung – nur ohne Radiowellen. Die Übertragung findet über das Internet statt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Radio, das über terrestrische oder satellitengestützte Signale ausgestrahlt wird, benötigt das Webradio also nur einen Internetzugang und ein geeignetes Abspielgerät, wie einen Computer, ein Smartphone oder ein Smart-TV. Doch nun zur Geschichte des Webradios:

Vom Gedanken zum Produkt

Heute kann man genau sagen, wann diese neue Form der Unterhaltung erfunden wurde: im Jahr 1993 hat der Computer-Spezialist Carl Malamud die erste Internet-Talkshow gemacht. Anfangs blieben die EDV-Spezialisten unter sich. In jeder Woche durfte ein Anderer mitmachen. Damals steckte das Internet noch in den Kinderschuhen, Bandbreite war sehr gering und begrenzt. Deshalb wurden die ersten produzierten Sendungen als Audiodateien zum downloaden bereitgestellt. In den folgenden zwei Jahren wurde die Technik zur Liveübertragung entwickelt. Und dann ging es rasant weiter. Ende 1995 streamte die BBC Sendungen, bei denen Zuhörer mitmachen konnten. Das ging aber nur über Telefon, wenn die Nummern vor der Sendung der Redaktion genannt wurden. Noch im gleichen Jahr gründeten in Deutschland ORB und SFB zusammen mit der TU Berlin den ersten Streaming-Dienst ‚on Demand‘. Der SWF schloss sich schnell an, und 1998 begannen die deutschen Rundfunksender, ihr Programm als Stream im Netz zu verbreiten. Gleichzeitig starteten die ersten unabhängigen Webradios. Sie waren meist Hobbyprojekte von Radiobegeisterten, die ihre eigenen Sendungen produzierten und über das Internet verbreiteten. Einige der ersten Webradios waren Radio HK aus Hongkong, Radio France Internationale aus Frankreich und WXYC aus den USA.

Und so ging es weiter

Mit der Entwicklung von Streaming-Technologien wie RealAudio, MP3 und später AAC wurde die Qualität und Vielfalt des Webradios immer besser. Der Durchbruch gelang 2002 mit der Breitbandtechnik. Webradio bot nun eine Alternative zum traditionellen Radio, das oft durch staatliche oder kommerzielle Interessen eingeschränkt war. Webradio ermöglichte es den Hörern, Sendungen aus aller Welt zu empfangen, die ihren persönlichen Vorlieben und Interessen entsprachen. Außerdem eröffnete Webradio neue Möglichkeiten für interaktive und partizipative Formate, wie Podcasts, Webcasts und Live-Chats.

Webradio hören geht auch ohne langes Kabel.

Heute ist Webradio ein fester Bestandteil der Medienlandschaft und bietet eine enorme Auswahl an Genres, Sprachen, Themen und Stilen. Es gibt sowohl professionelle als auch amateurhafte Webradios, die von großen Medienunternehmen, unabhängigen Radiostationen oder einzelnen Personen betrieben werden.

Fazit

Webradio hat die Art und Weise, wie wir Radio hören, verändert und bereichert. Es hat uns Zugang zu einer globalen und vielfältigen Radiowelt gegeben, die wir jederzeit und überall genießen können. Ich habe da zwei Möglichkeiten 😉 . Eine fängt mit ‚M‘ an, die andere Möglichkeit mit ‚R‘ .

Soviel zur Geschichte des Webradios. Wenn Ihr noch mehr wissen wollt: in der Kategorie Webradio in diesem Blog schreibe ich dazu noch einige Beiträge.

Also, bis zum nächsten Blog!